schattenweiber_1998

Bühnenstück

Buch: Claudia Lang
Regie: Ekkehard Schönwiese

Der Dreißigjährige Krieg hat auch das Tiroler Lechtal erreicht und schwedische Soldaten morden und brandschatzen im Tal, in dem nur noch Kinder, Frauen und Alte anzutreffen sind. Alle wehrfähigen Männer stehen an der Front. Als ein Angriff der Schweden droht, heckt die Liedhoferin, die unbeliebte Kräuterhexe eines Lechtaler Dorfes, einen listigen Plan aus, um die Angreifer in die Flucht zu schlagen. „Wir müssen unser Leben selbst in die Hand nehmen“, erklärt sie und kann die Dorfgemeinschaft davon überzeugen, ein Regiment an verkleideten Huanzen im Feld aufzustellen, um den Schweden eine mächtige Armee vorzutäuschen. Durch den Mut der jungen Frau werden aus Kochtöpfen Trommeln, aus Leintüchern Fahnen und aus Heu und Stroh Soldaten, die den Übergriff der Schweden tatsächlich verhindern können. Von allen Seiten wird sie bejubelt und gefeiert, doch die Euphorie hält nicht lange an. Schon bald ist die Angst vor der emanzipierten Frau stärker als der Nutzen, dem sie den Dorf gebracht hat. Obwohl es Dank ihrer Hilfe gelingt, den Feind aus dem Lechtal zu vertreiben, bleibt die Liedhoferin weiterhin eine suspekte Außenseiterin, der nur in äußerster Not Respekt und Freundschaft entgegengebracht werden konnte. Am Ende gibt sie sich geschlagen und lässt das Dorf und seine Bewohner hinter sich.