mein_ungeheuer_2005

Zwei-Personen-Stück

Buch: Felix Mitterer
Regie: Markus Plattner

Sechzig Jahre wartet Rosa darauf, dass der Tod endlich ihren trunksüchtigen und tyrannischen Ehemann Bleim zu sich holt. Auf der Kuchlbank lässt sie ihn schließlich brennen, als eine seiner geliebten Zigaretten ihm zum Verhängnis wird. Rosa sieht zu, rührt keinen Finger, hat er’s ja doch verdient, tausendmal verdient, der alte Bleim. Nach sechs Jahrzehnten qualvoller Ehe kann sie nun endlich aufatmen, der brutale Schläger, Säufer und Betrüger ist tot. Doch Rosa kommt nicht so einfach davon, denn der alte Bleim kehrt als wurmzerfressenes, halbverkohltes Ungeheuer zurück, um Rosa, der kalten, ablehnenden Rosa, das Leben schwer zu machen. Ihr Schweigen prallt am Ungeheuer ab, es belgeitet Rosa bei Tag und bei Nacht. Sie kann nicht mehr schlafen, nicht mehr essen. Nach und nach beginnen die Beiden miteinander zu reden. Zu Beginn werfen sie sich ihren Hass, ihre Wut, die Verletzungen und Enttäuschungen der gemeinsam verbrachten Jahre an den Kopf. Allmählich schleicht sich jedoch ein anderer Ton ein, etwas wie Verständnis und echtes Bedauern. Die beiden erinnern sich an die wenigen Augenblicke, in denen sie glücklich waren. Am Beginn ihrer Beziehung konnten sie einander für kurze Zeit sogar Trost und Freude spenden. Nun, am Ende ihres Lebens angelangt, gelingt ihnen, was innerhalb ihrer 60jährigen Ehe nicht möglich war. Sie lernen zu verzeihen und zu verstehen.